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Zeichnen als Grundlage

Der Weg zum Künstler

Schon als Kind wusste Marius van Dokkum, dass er Maler werden wollte. Für den Rest der Familie war das keine Überraschung. Er tat kaum etwas anderes als zeichnen. Seine Eltern hatten nichts dagegen, dass er die Kunstakademie besuchen wollte. Sie gingen davon aus, dass man dort Maltechniken lernen würde. Mit dieser Erwartung begann auch Marius sein Studium, doch er musste seine Vorstellungen schnell anpassen. Realismus galt damals als tabu, stattdessen sollte man experimentieren.

Da Marius weiterhin realistisch arbeiten wollte, wurde ihm empfohlen, sich zum Illustrator und Grafiker ausbilden zu lassen. Diese Entscheidung hat er nie bereut. Er lernte, sehr gut zu zeichnen, und sagt selbst: „Das Malen habe ich später von Kollegen wie Henk Helmantel gelernt. Seine Werke haben mich tief beeindruckt. Seine Gemälde widersprachen der Vorstellung, dass der Realismus überholt sei. Sie waren sehr realistisch und zugleich von einer außergewöhnlichen künstlerischen Qualität.“

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Arbeit, Struktur und Inspiration

Die Papierfabrik

Nach der Kunstakademie entscheidet sich Marius notgedrungen für eine bezahlte Arbeit. Sein Stipendium läuft aus und er muss seinen Lebensunterhalt verdienen. Er beginnt in Teilzeit bei VHP Security Paper in Ugchelen, in der Nähe von Apeldoorn, zu arbeiten, dem einzigen niederländischen Hersteller von Banknotenpapier. Das feste Einkommen gibt ihm die Freiheit, den Rest der Woche als Künstler zu arbeiten, und bringt zugleich Struktur in sein Leben.

Vierzig Jahre lang entwirft Marius Wasserzeichen für Banknoten und andere Wertpapiere für Kunden auf der ganzen Welt. Ein hoch spezialisiertes Handwerk, das nur wenige Menschen beherrschen. Gleichzeitig hält ihn die Arbeit mit der Gesellschaft in Kontakt. „In einer solchen Fabrik begegnet man den unterschiedlichsten Menschen: vom Direktor bis zu den Mitarbeitern in der Produktion. Wenn man viele Menschen malt, muss man auch mit Menschen umgehen.“

Im Museum zeigen wir anhand einiger freier Entwürfe von Marius van Dokkum, wie Wasserzeichen hergestellt werden.

Sophie van Steenderen (Kuratorin) bemerkt:

„Viele von Van Dokkums Gemälden enthalten sanfte Gesellschaftskritik. Zynismus liegt Marius van Dokkum jedoch fern. Vielmehr möchte er dem Publikum auf humorvolle Weise einen Spiegel vorhalten.“

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Inspiration aus Gegenwart und Vergangenheit

Große Vorbilder

Marius van Dokkum ließ sich unter anderem von Sierk Schröder, Henk Helmantel und Maarten ’t Hart (dem Maler, nicht dem Schriftsteller) sowie von alten Meistern wie Rembrandt, Hans Holbein, Jan Steen und Johannes Vermeer inspirieren. Auch die Gemälde von Diego Velázquez, dem Hofmaler des spanischen Königs Philipp IV., faszinieren ihn sehr.

Im Jahr 2023 malte Marius van Dokkum ein Selbstporträt, auf dem Sierk Schröder im Hintergrund über seine Schulter blickt.

Marius van Dokkum sagte dazu: „Was die Porträtmalerei betrifft, ist Sierk Schröder wirklich mein großes Vorbild. Seine Technik ist frei und treffsicher, zugleich aber auch handwerklich geprägt. Oft genug sehe ich Porträts, bei denen ich denke: ‚Ja, es ist ganz schön gemalt, aber irgendetwas stimmt nicht.‘ Bei Sierk stimmt es. Er wusste verdammt gut, was er tat. Das lag auch daran, dass er sehr viel zeichnete. Das mache ich selbst ebenfalls. Immer weiterzeichnen, sich ständig verbessern und den Kontakt zur Wirklichkeit bewahren. Sierk ist sich selbst immer treu geblieben. Das schätze ich an ihm und darin erkenne ich mich wieder.“